Der Ankunftsnachweis (AKN) – Ein Rückblick

Der Ankunftsnachweis (oder kurz: AKN)

Vor fast einem Jahr habe ich ein paar Gedanken zum AKN veröffentlicht, heute möchte ich gerne einen kleinen Rückblick wagen.

Die damalige Situation

Der Ankunftsnachweis (im folgenden werde ich das als AKN abkürzen) sollte viele Probleme lösen. Flüchtlinge und Asylbewerber sollten zum einen schnell erfasst und zum anderen auch mit Dokumenten versehen werden, die den weiteren Aufenthalt im Bundesgebiet (zumindest vorübergehend) ermöglichen – und nicht so einfach verfälscht werden können. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte zum damaligen Zeitpunkt bereits Probleme, die Masse an Anträgen wirklich zeitnah abzuarbeiten.
Außerdem gab es „Missbrauchsfälle“ in denen Flüchtlinge oder Asylbewerber in mehreren unterschiedlichen Orten entsprechende Anträge gestellt hatten – teilweise mit minimal anderen Personalien.
Dabei möchte ich mich gar nicht erst der Frage widmen, ob dieser „Missbrauch“ absichtlich oder aufgrund von Unkenntnis des Systems oder Sprachproblemen erfolgte.

Die Folge war in jedem Fall: Mehrfacherfassungen von Asylanträgen, teilweise Leistungsmissbrauch, Zuständigkeitsprobleme, und und und.

Die damalige Lösung sollte der AKN sein. Mit seiner Hilfe sollte das Erfassungssystem beschleunigt, genauer und sicherer werden, Missbrauch (egal ob bewusst oder unbewusst) sollte erschwert werden.

 

Die Einführung des AKN

Die Einführung des AKN war für mich ein kleines Highlight. Auch wenn hinter den Türen bereits über mögliche Ausgestaltung gesprochen wurde, war lange Zeit nicht klar, wie genau der AKN aussehen soll, welche Sicherheitsmerkmale enthalten sein sollen, wie das Verfahren abläuft… Viel Ungewissheit.

Gefühlt relativ kurzfristig gab die Bundesregierung die Einführung bekannt und umriss grob die Rahmenbedingen dazu.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich meinen Ursprungsartikel „Bundesregierung be­schließt An­kunfts­nach­weis (Gesetzentwurf zum Datenaustauschverbesserungsgesetz)“ geschrieben.

 

Mensch hilft Mensch

 

Was ist passiert?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat das Erfassungsverfahren umgestellt, Technik wurde aufgerüstet – und natürlich auch beim Personal wurde ordentlich nachgebessert.
Die Anfangsphase habe ich noch als ziemlich holperig in Erinnerung. Bis sich erstmal rumgesprochen hat, wer was zu leisten hat, das neue Personal dann auch soweit in die Materie eingearbeitet war und die Technik dann auch einwandfrei lief – das dauerte eine Weile.
Was früher BüMA (Bescheinigung über Meldung als Asylsuchende/r) war – das kann man sich als bedrucktes DinA4-Formular vorstellen, wurde nun AKN – ein kleines Faltblatt wie zum Beispiel auch eine Duldung (für die Experten: auf einem Trägervordruck).

Aber hinter dieser rein optischen Änderung hat sich auch einiges verändert, was einem Beobachter so wohl nicht auffällt.
Die Datenerfassung wurde sicherer, biometrische Merkmale wurden mit gespeichert und machten einen Missbrauch nahezu unmöglich. Die im Ausländerzentralregister gespeicherten Daten wurden eindeutiger und verlässlicher. Personen konnten nun nicht einfach ein paar Kilometer weiter einen neuen Antrag mit anderer Namensschreibweise oder anderem Geburtsdatum stellen. Durch die Datenerfassung und die Möglichkeit des Abgleiches konnte sowas endlich kurzfristig festgestellt werden. Dadurch gab es auch fallzahlenmäßig eine gewisse Entlastung, was dann auch zu mehr Kapazität und schnelleren Bearbeitungszeiten führte.

 

Wem hat es genutzt?

Dieser Effekt war jedoch nicht von besonders langer Dauer – oder besser gesagt: wurde durch die geschichtliche Entwicklung schnell aufgefressen: Die Flüchtlingskrise war plötzlich da – naja eigentlich hat sie sich angekündigt und hat sich dann lediglich überraschend heftig fortgesetzt. Das ist aber ein eigenes Thema für sich…
Das System, das endlich besser funktionierte, war erneut überlastet. Die Folge war weitere personelle Aufstockung. Nur gab es das Personalproblem jetzt nicht nur beim BAMF sondern auch bei den Ausländerbehörden selbst. Personal wurde abgeworben. Erfahrene Mitarbeiter, die bereits in der Materie waren, waren heiß begehrt – aber auch damit konnte das Problem nicht beseitigt werden. Es wurden auch weitere Mitarbeiter gewonnen, sogar verwaltungsfremdes Personal – also Personen, die nicht die entsprechende verwaltungsrechtliche Ausbildung hatten – wurden angeworben, weil die Quantität sonst nicht mehr zu bewältigen war.

Wie man sich vorstellen kann, hatte das dann auch wieder qualitative Einbußen zur Folge – nicht nur beim BAMF, zum Teil auch bei den Ausländerbehörden selbst. Bearbeitungszeiten verlängerten sich, Personal musste erst in die Materie eingearbeitet werden und die Fallzahlen steigerten sich davon unbeirrt.

 

Mein persönliches Fazit

Inzwischen sehe ich den AKN als einen wichtigen Baustein von vielen an. Die Einführung war wichtig und richtig, die gewünschten Effekte sind eingetreten. Mit Blick auf meine damaligen Gedanken: Auch das System hinter dem AKN wurde angepasst und das war dringend notwendig. Allerdings haben diese Anpassungen auch zu neuen Problemen geführt, die es zu beseitigen galt.
Insgesamt sind deutliche Verbesserungen eingetreten, allerdings hat die Flüchtlingsproblematik vieles wieder in den Hintergrund gerückt.
Dennoch ist der AKN meiner Meinung nach ein Erfolg und ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie viel schlimmer es uns hätte treffen können, wenn der AKN gar nicht gekommen wäre.

Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Der AKN ist ein Baustein, der zum neuen Standard gehört. Auch wenn es nur ein kleiner von vielen vielen Bausteinen ist…

mediterrane (Garten-)Kräuterbutter

mediterrane Kräuterbutter mit Kräutern aus dem heimischen Garten

 

Nach dem Versuch mit dem Kräuterbutter-Brot ist heute das Wetter ideal zum Grillen und Gäste werden erwartet. Zum Grillen gehört auch Kräuterbutter, warum also nicht die letzte Idee aufgreifen?

Gesagt, getan: Kräuterbutter muss her!

Zunächst einmal ein kleiner Überblick, was alles da ist:

1 Packung Butter
Tomatenmark
2 Knoblauchzehen (die waren nicht so riesig, ggfs. reicht auch eine große)
Salz und Pfeffer
Kräuter
Olivenöl

Kräuter aus dem eigenen Garten

Kräuter, nur welche nehmen? Bei meinem Brot-Versuch habe ich auf eine getrocknete Kräutermischung zurückgegriffen. Die hat man zwar immer parat, aber frisch ist eben doch aromatischer.
Also ein kurzer Gang durch den Garten, welche Kräuter könnte ich nehmen?

Ich habe mich dann für eine Mischung aus:
Sauerampfer
Pimpernelle
Petersilie
Knoblauchgras
LIebstöckel

entschieden. Es gehen aber sicherlich auch andere Kräuter. Mengenmäßig habe ich schon eine kleine Schale voll gehabt. Zerhackt und zerkleinert reduziert sich das Volumen schnell 🙂

 

 

 

Die Zubereitung

Also die Kräuter schnell abwaschen und ordentlich zerkleinern.
Zusammen mit der (inzwischen weichen) Butter, einen guten Schuss Olivenöl (damit die Butter auch kalt streichbar bleibt) in eine ausreichend große Schüssel geben, Die Konblauchzehen reinpressen und schon einmal mit etwas Salz und Pfeffer vorwürzen.

Das ganze mit einer Gabel gut durchmischen.
Ich gebe hier bewusst keine Mengenangaben an, weil der Geschmack sich ja individuell gestaltet. Ich habe soviel Tomatenmark untergearbeitet, bis die Butter einen schönen Terracotta-Farbton angenommen hat – das finde ich persönlich auch optisch ansprechend.
Zwischendurch kurz abschmecken und ggfs. mit Salz und Pfeffer nachwürzen.

Anschließend habe ich die Butter in ein schönes und ausreichend großes Gefäß umgefüllt , mit Folie abgedeckt und in den Kühlschrank gestellt.
Wenn man genügend Vorbereitungszeit hat, ist es sicherlich gut, wenn man die Butter erst noch ein paar Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lässt – bei mir reichte die Zeit dafür dann doch nicht.

Ich bin gespannt, wie die Butter bei den Gästen ankommt 🙂 MIr schmeckt sie jedenfalls sehr gut.

Falls ich daran denke, rechtzeitig ein Foto zu machen, werde ich es hier nachträglich noch einpflegen.

Brot mit mediterraner Butter-Füllung

Brot zu backen ist immer ein kreativer Prozess. Inspiriert von einer Party-Brot-Variante einer Bekannten kam die Idee zu diesem Brot.

Grundlage ist ein normaler Weißbrot-Teig, den man wahlweise auch mit einigen Kräutern anreichern kann.

Mal sehen, ob ich das Rezept so aus dem Kopf rezitieren kann:

500g Mehl
1 Packung/Würfel Hefe
ca. 300 ml Wasser (das entscheide ich immer anhand der Konsistenz vom Brot-Teig)
2 Teelöffel Salz
2 Teelöffel Zucker
ca. 50 ml Olivenöl
ggfs. Kräuter

 

Ich habe aus den Zutaten den Teig für das Brot gefertigt. Mindestens 1 Stunde gehen lassen und dann nochmal kurz durchgeknetet und dann flach ausgerollt.
Auf diese Fläche kam dann die Füllung, bestehend aus

Meersalzbutter
Tomatenmark
mediterranen Kräutern
1 gepressten Knoblauchzehe
Pfeffer (ggfs. auch Salz)

Ich habe die Zutaten nicht abgewogen sondern eher nach Augenmaß gemischt. Ich denke, so viel kann man da auch nicht verkehrt machen 🙂
Das ganze gut vermischt und einen halben Tag abgedeckt stehen lassen. (Das ist nicht zwingend notwendig, aber ich finde, das Aroma verteilt sich so besser…)

Die mediterrane Butter

 

Diese mediterrane Butter – schmeckt übrigens auch so sehr gut, kann man sicher als Alternative zur Kräuterbutter beim Grillen verwenden 🙂 – habe ich dann großzügig auf dem Teig verteilt (min. 2-3 mm Dicke) und Dabei habe ich das obere Drittel und so 2-3 cm am Rand der Teigfläche ausgelassen (!).

Nun wird der Teig vorsichtig von unten nach oben aufgerollt. Die Fläche, die ich ausgelassen habe, verklebt besser, so das im Idealfall beim Backen nichts von der Füllung rauslaufen sollte.

Hinweis:
Ich könnte mir vorstellen, dass man die Butter so verteilt, das nur in der Mitte eine dicke Butterschicht entsteht, das würde das auslaufen nochmals zusätzlich verhindern und vielleicht den Geschmack gebündelt intensivieren.
Man könnte die Butter auch als Rolle formen, erkalten lassen und dann in den Teig einrollen…

 

Das Backen

Während der Teig nun nochmals etwas gehen darf, habe ich den Backofen auf 200°C vorgeheizt.
Ist die Temperatur erreicht geht es auf der mittleren Schiene für 20-30 Minuten in den Ofen. Ich habe das anhand des Bräunungsgrades der Kruste entschieden.

Und schon hat man ein Brot, das in etwa so aussieht:

Brot mit mediterraner Kräuterbutterfüllung
Brot mit mediterraner Butterfüllung

 

Dadurch, das beim Backen das Brot leicht aufgerissen ist, ist leider ein Teil der Füllung ausgelaufen und das die Rolle hält nicht perfekt zusammen.
Das hat dem Geschmack keinen allzu großen Abbruch getan, aber hier kann ich sicherlich noch etwas optimieren 🙂

 

DIY-Pomade oder Haarwachs auf natürlicher Basis

Nachdem ich mit meinem Wet-Gel unzufrieden war, bin ich auf Pomade und zahlreiche DIY-Pomade Rezepte im Netz gestoßen.
Der Hersteller meiner Gel-Marke hatte die Rezeptur verändert und damit war ich absolut unzufrieden. Nach einigen Recherchen bin ich schnell auf Pomade (grade aus der Rockabilly-Szene) und Haarwachs gestoßen. Riesen Vorteil von Pomade: Das Haar verklebt nicht, es gibt keine Gel-Schuppen. Je nach Zusammensetzung gibt es härtere Pomade mit einem hohen Wachs-Anteil oder weichere Pomade. Je härter die Pomade, desto besser ist der Halt, allerdings wird es auch schwieriger, die Pomade im Haar zu verteilen.
Wer jetzt denkt: „Ih! Dann sehen die Haare ja total ölig aus!“ – den muss ich zum Teil enttäuschen.
Je höher der Fett- oder Öl-Anteil in der Pomade ist, umso öliger sehen die Haare aus, das kann man so als grobe Grundregel stehen lassen (natürlich gibt es auch Ausnahmen, je nach genauer Zusammensetzung). Anders gesagt: Je härter die Pomade ist (also geringer der Öl-/Fett-Anteil) desto matter wird der Effekt (auch nur einer sehr grobe Grundregel…)

Wichtigster Unterschied – und da haben die meisten die Probleme mit: Pomade verhält sich komplett anders, als Gel. Bei Gel neigt man  zu „Mehr Gel = mehr Halt“, bei Pomade stimmt das so nicht:
Es wird eine relativ geringe Menge genommen. Nimmt man zu viel, wird der Halt schlechter und im schlimmsten Fall sehen die Haare dann wirklich aus, als wenn man in ein Ölfass gefallen wäre.

Das so als grobes Vorwissen.

DIY-Pomade auf natürlicher Basis

 

Bei den Recherchen bin ich schnell auf zahlreiche englischsprachige Internetseiten und Videos gelandet, in denen die verschiedensten Rezepte zu finden waren. Da mein Vorrat sich dem Ende näherte, wollte ich einfach mal ausprobieren, wie so selbstgemachte Pomade herzustellen ist und wie ich damit zurecht komme.
Dabei ist mir ein Rezept besonders ins Auge gesprungen: Pomade aus Kokosfett und Bienenwachs.

Zum einen brauchte ich hierfür nicht jede Menge verschiedene Zutaten besorgen, von denen ich am Ende nur Kleinstmengen brauche, sonder nur 2 Zutaten, die auch noch recht leicht zu erhalten sind und sich preislich eher im kostengünstigen Bereich zu finden sind.

Zum anderen reizten mich die Zutaten selbst. Kokosfett wird eine leicht desinfizierende Wirkung nachgesagt. Das wirkt sich positiv auf Haut und Hautreizungen aus – und – so mein Gedanke – wirkt sogenannter „Pomaden-Akne“ vor. Kokosfett (oder auch Kokosöl) wird auch häufig in der Kosmetik verwendet. Kokosfett „schmilzt“ auf der Haut, fettet sehr stark – zieht aber auch sehr schnell ein.
Und Bienenwachs ist halt Bienenwachs. Da kann man einfach nichts schlechtes drüber sagen 🙂

Schwer war es, das richtige Mischungsverhältnis herauszufinden. Die englischen Angaben konnte ich nur schwer in ein wirklich genaues Rezept umformulieren. Was sind schon 2 Löffel Kokosfett? Wie groß sind die Löffel? etc.

Nach einigen Versuchen habe ich dann aber „meine“ Mischung gefunden:

Auf 80 Gramm Kokosfett kommen 30 Gramm Bienenwachs. Mengenmäßig kommt da in etwa 1 Dose Pomade raus (ich hab hier eine leere Sweet Georgia Brown – rot genommen)

Da kommt eine mittelharte Pomade raus, an deren Dosierung ich mich inzwischen gewöhnt habe. Anders als die mir bekannten gekauften Pomaden ist diese hier nicht klebrig. Aber dazu zum Schluss noch etwas.

Die Herstellung

 

Zuerst habe ich die Zutaten abgewogen in einen Behälter zum Erhitzen gegeben. Mein Kännchen kann ich direkt auf der Herdplatte erhitzen, sauberer und sicherer ist es, das Kännchen in einem Topf mit Wasser zu erhitzen (so, dass die Kanne noch auf dem Boden des Topfes steht).
Also: 80g Kokosfett abgewogen, 30g Bienenwachs oben drauf.
Je nach Raumtemperatur fängt das Kokosfett schon so an, langsam einzuschmelzen.

Pomade beim einschmelzen
Pomade beim einschmelzen
Pomade beim einschmelzen - Nahaufnahme
Pomade beim einschmelzen – Nahaufnahme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier kann man das weiße Kokosfett fast nur erahnen. Langsam wird alles weiter erhitzt, gelegentlich rühre ich mit einem Holzstäbchen (Schaschlick-Spieß).

 

Teilgeschmolzene Pomaden-Mischung
Teilgeschmolzene Pomaden-Mischung

Nach einiger Zeit wird die Mischung immer klarer. Man sieht klar, dass die Bienenwachs-Perlen sich als letztes verflüssigen.

 

geschmolzene Pomade
geschmolzene Pomade

Relativ kurze Zeit später ist alles Flüssig und relativ transparent. Hier rühre ich die Mischung noch ein wenig weiter, bevor ich die Mischung von der Herdplatte nehme und direkt in die Behälter abfülle.

abgefüllte Pomade warm
abgefüllte Pomade warm
abgefüllte Pomade warm
abgefüllte Pomade warm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier habe ich eine Kunststoff-Dose (links) und meine alte „Sweet Georgia Brown – rot“-Dose genommen. Nach dem Abfüllen gilt: Vorsichtig sein, die Mischung ist wirklich heiß!

 

Aufbewahrung und Verwendung

 

Je nachdem, wie schnell man die Pomade nun verwenden möchte, wird der Behälter verschlossen und zur Seite oder in den Kühlschrank gestellt.

Bei der eigentlichen Verwendung sollte der Behälter bei Raumtemperatur gelagert werden, das macht die Anwendung einfacher.
Mengenmäßig nehme ich pro Anwendung so eine Zwischenmenge zwischen Haselnuss und Walnuss (ohne Schalen). Das ist aber nur als grober Richtwert zu sehen. Je nach Haartyp  und -länge kann auch etwas mehr oder etwas weniger besser sein. Diese Menge verreibe ich zwischen meinen Händen (die erwärmen sich dabei etwas) und dann wird alles in das Haar eingerieben/massiert. Schnell das Haar in Form bringen – und schon ist die Frisur so, wie sie sein soll.

Bei harten Pomaden gestaltet sich das etwas schwieriger, hier habe ich oft als Tip gelesen, die Menge in der Hand mit dem Fön zu erwärmen und/oder nach dem Einbringen in das Haar das ganze nochmals mit dem Fön zu erhitzen. Hierbei erhält man dann auch bei harten Pomaden einen schönen seidigen Glanz. Wird das ganze eher ölig, ist meist die verwendete Pomadenmenge zu groß.

Im Laufe des Tages zieht nun der Öl-Anteil in die Kopfhaut und in die Haare. Im Gegensatz zum Gel hieß das bei mir: Kein Jucken, glatte Kopfhaut und das Gefühl von gesunden, glatten Haaren.  Nach dem erhärten der Pomade merkt man beim Fühlen schon, dass das Haar sich härter anfühlt – das ist aber kein Vergleich zu Haargel mit entsprechender Haltekraft.

Pomade lässt sich im Regelfall auch nicht bei einer normalen Haarwäsche komplett auswaschen. Das ist aber nicht schlimm. vielmehr verteilt sich der Wachsanteil so noch besser.
Ich persönliche bringe die Pomade in das feuchte Haar ein, frisiere und lasse das ganze dann so wirken/trocken/einziehen.
Andere warten, bis das Haar trocken ist, oder föhnen das Haar nach dem Einbringen in Form.

Als Pomaden-Einsteiger muss man halt etwas Geduld und Experimentierfreude mitbringen. Je nach persönlichem Gusto kann man die Mengen ja variieren: Mehr Wachs für mehr Härte oder mehr Öl für mehr „Cremigkeit“. Bei kurzen Haaren braucht man ja in der Regel nicht unbedingt so viel extra Halt… Bei längeren Haaren ist meist dieser Halt gewollt…

Das schöne hier ist: Es ist ein reines Naturprodukt. Man kann es also fast beliebig anwenden. Nach dem Auftragen/Einbringen bleibt meist ein Rest in den Händen zurück. Den kann man abwaschen, oder einreiben. Ob man das nun nur bei den Händen macht, oder für die Ellbogen benutzt oder im Gesicht verteilt.
Einfach mal probieren 😉

Diese DIY-Pomade hinterlässt auch keine nennenswerten Rückstände auf dem Kopfkissen (wenn sie nicht vollständig ausgewaschen wird). Man braucht also keine Angst zu haben, dass das Kopfkissen plötzlich superfettig und ekelig wird. Allerdings sollte man nicht direkt vor dem zu Bett gehen neue Pomade einbringen – was nebenbei auch nicht wirklich Sinn ergibt 😉

DIY Schlüsselanhänger (Paracord)

Schlüsselanhänger (rund)

Leider hat es etwas gedauert, aber hier die versprochenen Bilder von den selbstgemachten Schlüsselanhängern aus Paracord.
Wenn man die Knüpf-Anleitung einmal richtig verstanden hat, ist es relativ einfach. Pro Band habe ich gute 20 Minuten gebraucht – beide Varianten waren der erste Versuch, ich gehe davon aus, das man das mit etwas Übung deutlich schneller hinbekommt.

Den Abschluss habe ich zunächst mit etwas Kleber verklebt, dann kurz abgeschnitten und dann die Enden mit einem Feuerzeug vorsichtig angeflammt. Ich finde, das schaut schon sehr gut aus – besonders für einen ersten Versuch 😉

Schlüsselanhänger eckig
So sieht ein eckig geknüpfter Schlüsselanhänger aus…

 

Schlüsselanhänger (rund)
So sieht ein rund geknüpfter Schlüsselanhänger aus.

DIY Armband (Survivalband)

DIY Armband

Ein DIY Armband aus Paracord…. auch wenn ich länger nichts gepostet habe, heisst das nicht, das ich nichts gemacht hätte 🙂
Ich bin irgendwie auf Paracord gestoßen. Ein Trend, der bisher völlig an mir vorbei gegangen war…

Ich habe mir Paracord-Bänder in 2 Farben besorgt (550er) und damit ein bisschen herum experimentiert. Anleitungen dazu gibt es zu Hauf in den gängigen Portalen.

Herausgekommen sind dabei 2 Schlüsselanhänger (einer rund geknüpft und einer eckig geknüpft – Bilder folgen noch) und dieses Paracord-Armband, häufig auch als Survival-Armband tituliert. Das liegt daran, das man dort auch kleine hilfreiche Dinge einknüpfen kann (Angelhaken, Zündhölzer, Nähnadel, kleiner Kompass…) und im Notfall halt eine Schnur hat.

Wer genau vergleicht, bemerkt schnell, das dieses Armband mit der gleichen Technik geknüpft wurde, wie auch der erste Schlüsselanhänger, den ich hier gepostet habe.

Hier mal ein Bild davon:

diy armband
DIY Armband (Paracord)

DIY Schlüsselanhänger

DIY-Schlüsselanhänger

Ein DIY Schlüsselanhänger, mein neustes Projekt.
Vor kurzem habe ich vom Leiter meiner Kampfkunst-Schule einen Satz Schlüssel bekommen – da ich hin und wieder ja mal das Training übernehme. Ich bin kein Freund von 1000-Schlüssel-an-einem-Bund, also musste ein Schlüsselanhänger her. Zuerst ging ich in Gedanken durch, ob und was ich daheim noch liegen habe…

Dann bin ich aber zufällig über eine Anleitung zum Paracord-Flechten gestolpert. Dort wurde ein Armband geflochten. Das sah sehr einfach aus – und je genauer ich mir das angesehen habe, umso sicherer wurde ich mir:

Mit der Technik kann man doch garantiert auch einen Schlüsselanhänger herstellen…
Zuhause hatte ich noch einen Tampen (mit reflektierenden Einlagen), den ich mir unter anderem für ein anderes Projekt bestellt hatte – und ich hatte noch einen alten Schlüsselring von einem Schlüsselanhänger, der den Geist aufgegeben hat.

Was lag also näher, als mit dem vorhandenen Material  mal einen DIY-Versuch zu wagen?

Hier das Ergebnis:

Selbstgeknüpftes Schlüsselband
Selbstgeknüfpftes Schlüsselband
Schlüsselband mit Blitz/Nahaufnahme
Schlüsselband mit Blitz/Nahaufnahme

 

Für den ersten Versuch finde ich das schon sehr gut. Und es ist einfacher, als es aussieht.
Mit etwas Übung schätze ich, das man sowas in 2-3 Minuten fertig bekommt.

Sushi-Probierpaket

Ein tolles Geschenk war/ist das Sushi-Probierpaket, das ich von zwei guten Freunden bekommen habe: Alles drin, was man dafür braucht, außer Fisch und Gemüse – das muss natürlich frisch sein.

Übersicht Probierpaket
Das Probierpaket inkl. frischer Gurke und Lachs – Selfmade Sushi

Der Fisch sollte dabei zumindest für ein paar Stunden tiefgefroren worden sein, damit Keime, Bakterien und Co absterben – zumindest wenn man ihn roh verwendet. Es gibt ja auch Sushi-Rezepte mit gekochten oder gedünsteten Fisch.

Das ganze war gar nicht so leicht. Überall standen verschiedene Angaben, wie der Reis zu kochen sei, wie das Sushi-Tzu (ein Gemisch aus Reisessig, Zucker und Salz) zubereitet und verwendet werden sollte und, und, und.

Also habe ich mir auf eine Variante festgelegt. Geschmacklich war das schon okay, aber das Rollen der Seetang-Blätter, die genaue Füllmenge und die Position des Gemüses/Fisches ist schon ein wenig tricky…

Ansonsten hat es – für den ersten Versuch – ganz gut funktioniert. Geschmeckt hat es auch, aber insgesamt ist es noch verbesserungswürdig: Der Reis hat etwas zu stark geklebt, die Füllmenge  und das Rollen selbst – es braucht halt etwas Übung und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen 😉

 

selfmade Sushi ;)
erste fertige selbstgemachte Sushi-Stückchen

Ein leckeres DIY-Sushi.

Der Mensch und die Flüchtlingskrise

Der Mensch und die Flüchtlingskrise

 

Die aktuellen Ereignisse stimmen mich nachdenklich. Für mein Selbstverständnis ist es unsere menschliche Pflicht, im Rahmen unserer Möglichkeiten den Menschen zu helfen, die ansonsten mit Krieg, Verfolgung, Angst um das eigene Leben, Diskriminierungen etc. zu kämpfen haben – ohne wenn und aber. Ich nenne das für mich mal die „klassischen“ Asylgründe.

Natürlich kann man sich darüber streiten, ob das auch für Personen gilt, die aus rein wirtschaftlichen Erwägungen „fliehen“. Auf der einen Seite gibt ein Mensch nicht sein gesamtes Hab und Gut auf, um woanders ein vermeindlich besseres Leben zu beginnen. Okay, wenn ich so in das Fernsehprogramm sehe und mein Blick auf die Auswanderer-Dokus – oder besser -soaps fällt, kann man daran zweifeln. Dann kann ich aber plötzlich an sehr vielen Dingen zweifeln, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Um es zu verkürzen: Meine persönliche Meinung: Ein Staat kann sich entscheiden, unter bestimmten Rahmenbedingungen auch solchen „Wirtschaftsflüchtlingen“ zu helfen.

Auf jeden Fall muss sich der Staat bewusst sein, wie weit reichende Folgen das in der Gesellschaft hat und welche Anforderungen und Herausforderungen damit forciert werden.

Integration, Ausbildung, Förderung, Schulung, Registrierung, Prüfung, etc. – all dafür braucht man die entsprechenden Ressourcen. Egal ob nun Wohnraum, Unterrichtsräume, Untersuchungsräume, Büros, Lehrer, Beamte, Ärzte, Richter und und und. Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr kann man diese Aufzählung erweitern.
Meine persönliche Einschätzung ist, dass in der aktuellen Situation die Folgen etwas unterschätzt wurden, was sich am entsprechenden Ressourcenmangel schnell feststellen lässt.

Zuerst wurden auf Bundesebene massiv Stellen geschaffen, damit man dem – zugegeben unerwartet hohem – Ansturm gerecht werden kann. Vergessen wurden dabei die Ebenen darunter. Interessant wäre mal eine bundesweite Abfrage über die auf Bundesebene und auf Kommunalebene geschaffenen (tatsächlich vorhandene und personell besetzten) Stellen mit Blick auf den Flüchtlingszustrom. Denn was oben ankommt, kommt irgendwann auch unten an.
Ich wüsste auch nicht, dass wir einen großen „Überschuss“ an Lehrern, Beamten, Richtern etc. auf dem Arbeitsmarkt haben, die sich dann um Ausbildung, Asylprüfung, ggfs. Abschiebung, Identitätsklärung, rechtliche Prüfung etc. kümmern müssten…
Denn auch eins ist klar: Bei den vielen Anträgen auf Asyl wird es auch viele negative Entscheidungen geben – und die gehen im ganz überwiegenden Maße in die gerichtliche Überprüfung. Es geht ja schließlich um etwas.

Aber gut, wir lernen ja aus unseren Fehlern.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die die Meinung vertreten, die Flüchtlingskrise würde uns überfordern. Die Masse sei nicht zu bewältigen, der Systemkollaps stehe bevor.
Ganz im Gegenteil: Ich denke, das wir die nötigen Ressourcen dafür haben, sie nur nicht richtig einsetzen oder nutzen.

In der letzten Zeit konnte man viele Artikel und Berichte zum Thema Flüchtlingskrise lesen. Immer neue Aufhänger. Und irgendwann war auch mal zu lesen, das wohl die Steuern erhöht werden müssten aufgrund der Flüchtlingkrise.

Das glaube ich nicht. Ein Blick ins schwarze Buch der Steuersünden und welche Ressourcen dort verschwendet werden – das ist eine ganz andere Ebene…
Man spricht von mehreren hundert Millionen, die uns die Flüchtlingskrise kosten werde. Meinetwegen auch ein paar Milliarden. Klar, das hört sich viel an – aber mal mit kritischem Blick: Wie teuer war Stuttgart 21? Was kostet doch gleich der Hauptstadtflughafen Berlin? Oder die Kampfflugzeuge der Bundeswehr, bei denen die Hälfte nicht einsatzbereit ist und die andere Hälfte nur deswegen, weil veraltetes Material und Technik verbaut ist?
Das sind nur wenige Beispiele und da geht es um ganz andere Summen.

Dennoch beschäftigt uns die Situation. Auch weil es (mehr oder weniger) überraschend viele Flüchtlinge sind und man diesen Ansturm wohl ressourcenmäßig falsch eingeschätzt hat und jetzt massiv nachbessert, sei es personell oder durch Änderung/Schaffung von Rechtsgrundlagen.
Das ist legitim.

 

Unsäglicherweise gab es dann auch noch die Übergriffe in der Sylvesternacht. Und die beiden Polaritäten der Bevölkerung überschlagen sich. Schuldzuweisungen, Vorverurteilungen, Verallgemeinerungen.
Das macht mir Sorgen.

Ich hatte im XING-Netzwerk eine Diskussion, an der sich erstaunlich wenige Personen aktiv beteiligt haben. Ich habe mich dagegen gestellt, aufgrund der nicht gesichert festgestellten Ereignisse eine Generalverurteilung aller Muslime vorzunehmen. Das es am islamischen Glaube liege, das die Übergriffe stattgefunden haben, das alleine das im Islam dargestellte sozio-kulturelle Frauenbild die „Schuld“ an den Übergriffen trage.

Taten begehen einzelne Menschen, kein Volk und keine Religion.
Die Mitteilungen zu diesen Taten sind – auch nach 2 Wochen – immer noch widersprüchlich. Aus „es waren keine Flüchtlinge beteiligt“ wurde „es waren Nordafrikaner“ und irgendwann auch „die Täter waren Syrer“.
Fakt ist: Man hat nicht alle Täter bisher identifizieren können. Ob man wirklich alle „erwischt“ ist eher fragwürdig.
Ein Großteil soll sich (ich weiss nicht, inwiefern das wirklich bestätigt ist) entweder illegal oder als vermeindlich syrischer Flüchtling im Bundesgebiet aufhalten. Die meisten wurden inzwischen wohl als marrokanische, tunesische etc. und nicht als syrische Staatsangehörige identifiziert.

Was sagt das aus?
Das alle Personen islamischen Glaubens potentielle Täter sind? Wohl kaum. Auch die Rahmenbedingungen sind noch ungeklärt: Wann wusste wer was, wer hat Entscheidungen getroffen und waren diese dermaßen falsch, das in der konkreten Situation eine andere Entscheidung hätte getroffen werden müssen?
War es eine spontane Tat oder war es eine organisierte Tat? Falls es eine organisierte Tat war, wer steckt dahinter?

Wenn man es sich hier einfach macht und die ganze „Schuld“ einfach pauschal auf den Islam wirft, der ja durch sein Frauenbild das ganze begünstige, dann verkennt man ganz wesentliche Dinge. Dann sollte man sich auch fragen, warum auch islamische Kämpfer gegen den IS aktiv sind. Warum sich so viele Muslime vom IS distanzieren…

Bei der XING-Diskussion habe ich darauf hingewiesen, das man auch im Christentum ähnliche Passagen und ein ähnliches Frauenbild finden kann – eine katholische Päpstin ist beispielsweise Mangelware. Maleficus Maleficarium – oder auch der Hexenhammer genannt – im Auftrag der christlichen Kirche. Sind deswegen alle Christen Frauenhasser? Vergewaltiger? Nötiger?
Oder haben wir Christen nur gelernt, das ganze kritisch mit Blick auf den sozialkulturellen Hintergrund zu lesen. Die eigentlichen Kernaussagen vom geschichtlichen Hintergrund zu trennen?

Es gibt gesellschaftliche Abweichungen, herkunftsbedingt, auch religionsbedingt. Darüber muss man reden und da muss man eine Lösung finden, wie man das in die moderne multikulturelle deutsche Lebensart integrieren kann und will – und welche Folgen das haben wird.

Aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen sind so manche Ereignisse nicht unbedingt überraschend, aber auch nicht unbedingt in dem Maß vorhersehbar. Und – fairer Weise muss ich das auch erwähnen – baut man so manches Vorurteil auf und ist manchmal erstaunt, wenn es in Einzelfällen widerlegt wird.
Das ist menschlich, wichtig ist nur, das ich mir dessen bewusst bin – denn das hat Einfluss darauf, wie ich diese „Vorurteile“ bewerte und welche Folgen die auf mein Handeln haben.
Ich kann jemanden aufgrund ähnlicher Erfahrungen in der Vergangenheit pauschal als Lügner abstempeln – oder einfach nur kritisch die Antworten durchleuchten. Vielleicht argwöhnisch, aber ergebnisoffen.

Aber nochmal: Es ist falsch, von einer kleinen Anzahl einzelner Täter (sogar einige hundert wenn man den Berichten glauben schenkt) eine gesamte Weltreligion zu verurteilen.

Auch mal kritisch die weitere Frage: Warum sind denn die Herkunftsländer – oder besser: die islamisch geprägten Länder – der vermeindlichen Täter so beliebte Touristenziele – auch für den weiblichen Teil der Bevölkerung? Tunesien, Marokko, Türkei… Weil dort nur potentielle Täter leben? Oder vielleicht, weil das Bild sich dort dann doch etwas anders darstellt? Und jetzt bitte nicht das Argument: „Da bin ich ja nur im Hotel oder am Strand.“ Das Land ist islamisch geprägt, ebenso das Personal, Lieferanten, Passanten…

Das ist gegen unsere modernen Grundsätze, das ist gegen die Achtung der Menschenwürde, den Gleichheitsgrundsatz und den Grundsatz der freien Entfaltung der Persönlichkeit. Das ist gegen den Grundsatz der Unschuldsvermutung, der uns als Bürger vor ungerechtfertigten Eingriffen des Rechtssystems schützen soll.
Das ist gegen genau die Grundsätze, die unsere Verfassung, unsere Freiheit und unsere Demokratie prägen.
Das ist gegen genau die Grundsätze, die wir in den aktuellen Übergriffen verletzt sehen.

Mit solchen Verallgemeinerungen schaden wir am Ende nur uns selbst, unserer Glaubwürdigkeit und unserem Idealbild der Demokratie.

Es gibt doch zwischen den beiden Polaritäten noch etwas anderes. Ich muss doch nicht entweder am braunen Rand stehen oder den unverbesserlichen „Gutmenschen“ angehören, bloß weil ich nicht bedingungslos eine extreme Meinung teile.
Genau dieses Denken hat doch mit zu dieser Situation geführt:

Das Denken in Extremen. Schwarz oder weiss, Sekt oder Selters.

In der Vergangenheit hat man sich gut gefühlt als helfender Mensch, da wurde jede kritische Äußerung gleich als Affront angesehen und sofort der „rechte Hammer“ ausgepackt. Das ging soweit, das Menschen – soweit ich das persönlich mitbekommen habe – sich zurückgehalten haben, Kritik zu äußern – oder nur hinter vorgehaltener Hand, oder gleich mit einer Entschuldigung, weil man sowas ja nicht sagen darf.
In den aktuellen Tagen hat sich das geändert, heute wird – so zumindest meine Wahrnehmung – die Flüchtlingskrise als Überforderung des Systems gesehen. „Klar muss man den Menschen helfen, aber wir können doch nicht allen helfen.“ – Inzwischen wird sogar gefordert, die Grenzen dicht zu machen. Keine Flüchtlinge mehr ins Land zu lassen… Die nächste Stufe wäre wohl, keine Moslems mehr in das Land zu lassen, oder was?

Und jeder, der das relativiert ist gleich der böse „Gutmensch“, der unverbesserliche Weltverbesserer.
Beratungsresistent.

Zwischen beiden Standpunkten gibt es doch noch eine riesige Spanne, die man ausfüllen kann. Doch dafür muss man eben kritisch mit den Dingen umgehen.
Ich kann doch anerkennen, das es ausländische Straftäter waren – ohne gleich pauschal alle Ausländer zu verurteilen. Ich kann doch sagen: „Ja, ich stimme dir zu, aber an dem und dem Punkt sehe ich das anders. (im Idealfall: , weil…“
Kritik ist nicht immer schlecht. Kritik kann (und sollte) konstruktiv sein.
Das Äußern von Kritik ist doch auch Bestandteil der eigenen Meinungsbildung. Keine Meinung muss unumstößlich sein. Auch kann ich selbst meine Meinung ändern.

Schluss mit der Rosinenpickerei, kritisch sein! Alles hat seine Vor- und Nachteile. Es gibt etwas zwischen Grenzen auf für alle und Grenzen zu, es gibt etwas zwischen voll überwachten Polizeistaat und dem eigenen Freiheitsrecht, zwischen Demokratie und Anarchie. Es gilt abzuwiegen, welche für uns als Staat, als Gesellschaft die besten – und nicht, welche für mich persönlich die günstigsten – Alternativen darstellen.

 

Meine erste gute Tat des Jahres 2016…

Die gute Tat

“Jeden Tag eine gute Tat.“ – Das ist ein ehrenhaftes Motto, aber ohne Gelegenheiten schwer umzusetzen.

Gestern hatte ich eine solche Gelegenheit: Schon aus Entfernung habe ich gesehen, das in einem Parkhaus (Kiel, CITTI-Park) eine ältere Dame wohl neben dem Auto gestürzt war. Der männliche Begleiter versuchte ihr aufzuhelfen. Nun ist Kiel eine freundliche Stadt und Passanten boten natürlich direkt Hilfe an, die aber abgewiesen wurde. “Nein, es geht schon. Danke.“ Bis wir an der Stelle waren, hatte der Begleiter es aber immer noch nicht geschafft, der Dame auf zu helfen. 

Also habe ich meine Einkäufe meinen Begleitern in die Hände gedrückt und bin auf die beiden – die inzwischen immer mehr Aufmerksamkeit erregten – zu gegangen. “Darf ich Ihnen helfen?“ fragte ich. “Ja, das wäre vielleicht nicht so schlecht, es fehlt immer ein bisschen…“ willigte der Begleiter ein. Also stellte ich mich auf die freie Seite und habe mit der Dame gesprochen: “Achtung, jetzt kommt mein Arm von hinten. Hier ist meine Hand, halten sie sich ruhig fest….“ und kurz darauf stand die Dame wieder. Die Dame lächelte mich sichtbar erleichtert dankbar an, auch der Begleiter bedankte sich. Sichtbar war ansonsten alles in Ordnung, also verabschiedete ich mich: “Kein Problem, gern geschehen.“ – und ging meines Weges, allerdings mit einem guten Gefühl im Bauch 😀